21. Juni 2026 - 02. August 2026

Malwine Stauss

romantic things

Herzliche Einladung zur Vernissage am 21. Juni von 14 – 17 Uhr. Malwine Stauss ist anwesend.

Die Leipzigerin Malwine Stauss zeigt in ihrer Ausstellung „romantic things“ figurative Malerei und Skulpturen, die sowohl naturhafte Fantasy-Elemente als auch feministische Narrative beinhalten.

Dabei bedient sie sich einer ornamentalen und floralen Bild- und Formensprache.

In Dresden geboren, studierte Malwine Stauss ab 2013 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Illustration, wo sie 2019 in der Klasse von Thomas Müller ihr Diplom erwarb.

Im selben Jahr wurden ihre Arbeiten für die Berliner Kunstmesse POSITIONS im Bereich Academy für eine Sonderausstellung ausgewählt.

Bereits während ihres Studiums gründete sie das SQUASH-Comic-Kollektiv und das Comic Festival SNAIL EYE in Leipzig. Malwine Stauss illustriert seit 2020 zahlreiche Bücher und Magazine, mit surrealen feen- und hexenhaften Figuren, die an klassische Bilderbuchgestaltung erinnern, oft auch comicähnliche Formen aufweisen. Dabei verwendet Malwine Stauss ausschließlich natürliche Materialien wie Aquarellfarben, Papier oder Ton.

Zum Begleitbuch der documenta fifteen in Kassel trug sie im Jahr 2022 Illustrationen bei.

Malwine Stauss‘ Kunst wurde in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt, z.B. in Berlin, Brüssel, New York, Seoul oder Shanghai. Im vergangenen Jahr zeigte das internationale Keramik Museum Weiden ihre Skulpturen.

Die Stilmittel Malerei und Skulptur hängen bei Malwine Stauss stark zusammen und folgen einer ähnlichen künstlerischen Imagination. Im malerischen Teil ihres Werks denkt man rasch an die wässrigen Bilder mit Pigmenteinschlüssen von Sophia Süßmilch, beispielsweise an das Bild „A buceta e um cafézinho“ aus dem Jahr 2023.

Den enormen Raum und die Präsenz, die die Figuren innerhalb des Bildraums bei Malwine Stauss einnehmen, erinnern an die Spanierin Fatima de Juan oder an die Bilderserie hyper-muskulärer lesbischer Frauen von 2020, „teach me tonight“, von Ana Benaroya.

Die voluminösen Körper ähneln den Zeichnungen Lina Ehrentrauts, die dominant platzierten überproportionalen Beine und Arme den Bildern der Chilenin Mara Faundez. Die Symmetrie in ihrer Malerei lässt an Hilma af Klint denken, an die papierne Bilderserie „Visage Théâtre“ von Inès Longevials im vergangenen Jahr in der Almine Rech-Galerie in New York oder an das Bild „Siempre Por Tio“ von 1964 der 1997 verstorbenen Österreicherin Kiki Kogelnik.

Bei den Keramikfiguren von Malwine Stauss kommen einem sofort die kugeligen Figuren des berühmten triadischen Balletts des Bauhauskünstlers Oskar Schlemmer von 1920 in den Sinn.

Die festgefrorenen Bewegungen erinnern an die Figuren aus Glas von Aaron Nemec.

Malwine Stauss eröffnet uns mit ihrem ureigenen Fokus auf Spiritualität und Weiblichkeit sowohl innerhalb ihrer Malerei als auch in ihrem bildhauerischen Œuvre ein eigenes künstlerisches Universum.

Was sich dabei jenseits aller Vergleiche zeigt, ist vor allem eines:

In „romantic things“ legt Malwine Stauss den Räumen der Galerie eine helle, sphärische Frische ein. Das Romantische erscheint hier nicht als sentimentales Motiv, sondern als Haltung: eine Einladung, Wahrnehmung, Natur und Imagination wieder enger miteinander zu verschränken.

Stauss bildet Natur nicht ab und versucht nicht, sie zu imitieren. Vielmehr lässt sie Natur im Inneren der Betrachtenden aufscheinen – traumhaft, atmosphärisch, in Bewegung.

Ihre Arbeiten öffnen den Raum, als würde er zu atmen beginnen, und verleihen ihm eine organische Magie, die mit dem Keimen, Knospen und Wachsen draußen in Resonanz tritt.

In dieser leisen Verschiebung liegt eine Nähe zu Ursula K. Le Guins Denken: Natur erscheint nicht als Objekt, sondern als lebendiges Gegenüber, als Beziehungsraum – offen, wandelbar und voller Geschichten.