06. September 2026 - 25. Oktober 2026

Candy Bassas

dancing lights

Herzliche Einladung zur Vernissage mit Candy Bassas am 6. September von 14 – 17 Uhr. 

Die 34-jährige Spanierin Candy Bassas ist eine multidisziplinäre Künstlerin, die in Berlin lebt und neben ihrer Karriere als Musikerin vorwiegend als Malerin arbeitet.

Nach ihrem erfolgreichen Abschluss 2016 in Barcelona in den Fächern Kostümdesign und Illustration an der Escola d’Art i Superior de Disseny Pau Gargallo wechselte sie 2019 an die Universität der Künste in Berlin und studiert dort in der Malerei-Klasse von David Schutter.

Ihre malerische Arbeit wurde durch verschiedene Ausstellungen und Förderprogramme unterstützt, darunter das Stipendium der Dorothea-Konwiarz-Stiftung für den Förderjahrgang 2023/24 sowie im selben Jahr durch eine lobende Erwähnung als Finalistin des Prisma Art Prize in Berlin.

Candy Bassas kombiniert klassische Ölmalerei mit kalligrafischen Tuschezeichnungen und experimentellen Techniken wie z. B. dem Blaudruck oder der Monotypie.

Von der Zweigleisigkeit und dem permanenten Perspektivwechsel zwischen Musik und zeitgenössischer Kunst profitieren die Bilder des spanischen Multitalents enorm.

Ihre Bilder strömen einen sehr unverbrauchten und frischen Geist aus, der sich oft in giftig wirkenden Grün- oder Rosatönen auf ihren Gemälden offenbart. Farben, die einen regelrechten Sound haben und die man in der modernen Malerei sonst außer vielleicht noch bei der dominikanischen Malerin Hulda Guzmán (z. B. „Come Dance—Asked Nature Kindly“ 2019–20 oder „Dive into Love“ 2021) heutzutage eher selten zu Gesicht bekommt.

Ihre Bilder erinnern in der neueren zeitgenössischen Malerei mit ihrem Farbklang an die Schweizerin Seline Burn (siehe z. B. „Ariadne’s Thread“ von 2025), an den Schotten Peter Doig („Canal“ 2023), an Laurent Proux („The Nature Poem“ 2025, „The River“ 2022), an die atmosphärischen Arbeiten von Daniel Richter oder bei der Streuung des Lichts an den chinesischen Maler Rao Fu.

Die Verschlungenheit und die damit einhergehende emotional aufgeladene, gemalte Natur und wie sie die Vegetation und wilde Botanik durch Farben zum Glühen und förmlich zum Explodieren bringt, lassen an die US-amerikanische Künstlerin Shara Hughes denken. Und ganz ähnlich wie der Kameruner Ludovic Nkoth oder der italienische Künstler Guglielmo Castelli positioniert auch Candy Bassas ihre Figuren zumeist halbabstrahiert und zentral als saftig und fast floral gemalte Körper im vorderen Bildraum.

In ihrer jüngeren Schaffensphase zeigen besonders die Grafiken von Candy Bassas in ihrer Bildsprache Anklänge an die vielen „badenden Männer“-Bilder des Norwegers Munch. Die Teichufer und Wasserspiegelungen erinnern an den schwedischen Impressionisten Anders Zorn und ebenso an den Tonalismus, etwa von Whistler.

Die sehr kontemplative Art, Landschaften und Flora geradezu in die Körper einzuverleiben, lässt an die sogenannte „paysage intime“ der französischen Barbizon-Schule denken, an die Parks voller Lichter, an die Flächen und Tupfer z. B. von Édouard Vuillard. Viel davon haftet auch den Bildern von Candy Bassas an. Es sind vorwiegend leisere Töne, trotz der oft fast abwehrenden Farbwahl. Eine private und basale, eine sanfte und glimmende Maltiefe, die unter den beißenden Farben fast unmerklich zum Vorschein kommt. Es ist eine Tiefe ohne Komplikation.

Candy Bassas kommt dabei ohne großes Bildpersonal aus und gewinnt der Natur damit oftmals erst eine nicht alltägliche Schönheit und Schlichtheit ab.

Und für eine Künstlerin, die sich erst kurz vor ihrem Examen befindet, ist sie bereits in der Lage, alles auf verblüffend ruhige und gewiefte Weise ins Licht zu setzen. Sie verbindet das Beherrschte mit dem Geschmeidigen. Und wenn man sich erst mal auf eine derart sensible Allianz eingegroovt hat, denn genau das fordern ihre fluiden und sensiblen Bilder, wird man in sie hineingezogen.

Vielleicht ist ihre Malerei auch deshalb so ehrenwert, so bescheiden und hat derart viel Dezenz in ihrer Anmut.

Die Galerie Mellies zeigt mit Candy Bassas eine malerische Position, die ihren oft steinigen exilierten Weg sehr eigenwillig verfolgt und ihrem Bekenntnis, als progressive und moderne Künstlerin zu leben und in ihren Bildern besonders ihre Verwundbarkeit offenzulegen, immer treu bleibt.